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Dermakosmetik & Wirkstoffe

Microneedling oder Radiofrequenz-Needling: Was strafft besser?

In meiner Praxis erlebe ich häufig, dass Kundinnen mit einem ähnlichen Wunsch kommen: Die Haut soll frischer, glatter und fester wirken, die Poren feiner erscheinen und die ersten Falten sollen sich beruhigen.

Microneedling oder Radiofrequenz-Needling: Was strafft besser?

Auf den ersten Blick scheinen klassisches Microneedling und Radiofrequenz-Needling dafür gleichermaßen geeignet zu sein. Beide arbeiten mit sehr feinen Nadeln, beide setzen Regenerationsprozesse in Gang, und beide werden häufig mit Kollagenaufbau und Hautstraffung in Verbindung gebracht.

Der Unterschied zwischen Microneedling und Radiofrequenz liegt jedoch nicht nur in der Bezeichnung oder im verwendeten Gerät. Klassisches Microneedling reizt die Haut vor allem mechanisch. Radiofrequenz-Needling verbindet diese mechanische Stimulation mit kontrollierter Wärme in der tieferen Hautschicht. Genau diese zusätzliche thermische Wirkung entscheidet darüber, welches Verfahren bei nachlassender Spannkraft, schlaffen Konturen oder tieferen Falten meist die stärkere Straffungsantwort erwarten lässt.

Klassisches Microneedling: mechanischer Impuls für eine feinere Hautstruktur

Beim klassischen Microneedling gleiten viele sehr feine Nadeln über die Haut und erzeugen kontrollierte Mikrokanäle. Je nach Gerät, Hautzone und Behandlungsziel liegt die Eindringtiefe meist zwischen 0,5 und 2,5 Millimetern. Die Haut reagiert auf diese kleinen, gezielten Reize mit natürlichen Reparatur- und Erneuerungsprozessen.

Dabei geht es nicht darum, die Haut möglichst stark zu verletzen. Eine gute Behandlung arbeitet präzise, angepasst an Hautzustand, Region und Ziel. Die Wangenhaut benötigt beispielsweise eine andere Intensität als die dünnere Haut um die Augen, und eine empfindliche, bereits gereizte Haut braucht zunächst eher Ruhepausen als einen besonders kräftigen Reiz.

Durch die Mikrokanäle kann sich die Hautoberfläche langfristig ebenmäßiger entwickeln. Das Verfahren wird deshalb häufig eingesetzt, wenn folgende Themen im Vordergrund stehen:

  • vergrößert wirkende Poren und eine unruhige Hauttextur,
  • feine Linien und oberflächliche Fältchen,
  • leichte Aknenarben oder unregelmäßige Narbenstrukturen,
  • ein fahler, müder Teint,
  • der Wunsch nach einer allgemeinen Hauterneuerung ohne thermische Energie.

Auch bei Falten kann Microneedling effektiv sein, vor allem dann, wenn es sich um feine Linien und eine nachlassende Oberflächenqualität handelt. Die Haut wirkt nach mehreren aufeinander abgestimmten Behandlungen oft glatter und dichter. Das ist eine andere Art von Verbesserung als eine deutliche Straffung der Gesichtskonturen.

Klassisches Microneedling verfeinert vor allem die Hautstruktur; Radiofrequenz-Needling arbeitet zusätzlich an der thermischen Straffung tieferer Gewebeschichten.

Die Rötung nach einer Behandlung hält typischerweise etwa 24 bis 48 Stunden an. In dieser Zeit kann die Haut warm, gespannt oder empfindlicher als gewohnt sein. Eine sorgfältige Nachpflege mit milden, reizarmen Produkten und konsequentem UV-Schutz ist dann wichtiger als ein möglichst aktives Wirkstoffritual. Retinol, starke Fruchtsäuren oder intensiv parfümierte Produkte gehören nicht unmittelbar nach der Behandlung auf die Haut, auch wenn sie sonst gut vertragen werden.

Was passiert mit dem Kollagen?

Die mechanischen Mikroverletzungen geben der Haut ein Signal zur Regeneration. In den folgenden Wochen können sich dadurch Prozesse entwickeln, die mit einer verbesserten Hautdichte und einer ebenmäßigeren Struktur verbunden sind. Dieser Kollagenaufbau geschieht nicht über Nacht und lässt sich nicht sinnvoll an der Rötung direkt nach der Behandlung ablesen.

Das ist ein Punkt, den ich im Beratungsgespräch immer wieder ruhig einordne: Eine gerötete Haut sieht zunächst häufig praller aus, weil sie stärker durchblutet und leicht angeschwollen ist. Dieser Soforteindruck ist nicht das fertige Ergebnis. Die nachhaltige Veränderung braucht Zeit und entsteht schrittweise im Rahmen der biologischen Erneuerung.

Radiofrequenz-Needling: Nadeln plus Wärme in der Dermis

Radiofrequenz-Needling beginnt ebenfalls mit kontrollierten Mikrokanälen. Der entscheidende zweite Schritt folgt im Gewebe: Über die Nadelspitzen wird Radiofrequenzenergie gezielt in die Dermis abgegeben. Die Haut wird also nicht nur an der Oberfläche stimuliert, sondern in einer definierten Tiefe zusätzlich erwärmt.

Diese thermische Energie kann die Kollagenfasern beeinflussen und einen anschließenden biologischen Umbau anregen. Vereinfacht gesagt, verändert die Wärme die vorhandene Kollagenstruktur, worauf der Körper mit Reparatur, Neuorganisation und langfristig auch mit der Bildung von neuem Kollagen und Elastin reagieren kann. Die genaue Wirkung hängt dabei von Gerät, Energie, Nadeltiefe, Hautzone und individueller Gewebestruktur ab.

Die Temperatur ist kein isoliertes Qualitätsmerkmal. Je nach Behandlungskonzept werden in den oberen Hautschichten Bereiche von etwa 42 bis 44 Grad Celsius genannt, wenn eine Anregung der Kollagenneubildung im Vordergrund steht. Bei speziellen Einstellungen können deutlich höhere Temperaturen von über 70 Grad Celsius erreicht werden, etwa wenn eine stärkere Gewebekontraktion oder eine Wirkung auf Fettzellen vorgesehen ist. Das bedeutet nicht, dass eine höhere Temperatur automatisch ein besseres Ergebnis bringt. Zu viel Energie kann die Haut unnötig belasten und gehört ausschließlich in fachkundige Hände.

Radiofrequenz-Needling wird besonders dann interessant, wenn nicht nur die Hautoberfläche, sondern auch ihre Spannkraft und das Gewebe darunter angesprochen werden sollen. Typische Anliegen sind:

  • nachlassende Hautlaxität im Gesicht,
  • weichere oder weniger klar definierte Konturen,
  • tiefere Falten,
  • eine erschlaffte Hautstruktur an Wangen, Kieferlinie oder Hals,
  • Narben oder Unebenheiten, bei denen eine Kombination aus Strukturverbesserung und Tiefenwirkung sinnvoll erscheint.

Die Radiofrequenz-Needling-Wirkung im Gesicht zeigt sich deshalb häufig nicht sofort in Form einer fertigen Straffung. In den ersten Tagen können Rötung, Wärmegefühl und leichte Schwellung auftreten. Die eigentliche Veränderung entwickelt sich später, wenn der Gewebeumbau einsetzt. Erste sichtbare Straffungseffekte werden typischerweise nach etwa vier bis sechs Wochen erwartet. Der Körper braucht diese Zeit, weil Kollagen nicht wie ein Sofortwirkstoff aufgetragen wird, sondern im Gewebe neu organisiert werden muss.

Microneedling oder Radiofrequenz-Needling für straffe Haut?

Wenn die zentrale Frage lautet, welches Verfahren stärker strafft, ist Radiofrequenz-Needling in der Regel die intensivere Option. Die zusätzliche Wärme in der Dermis kann eine deutlichere Gewebekontraktion und einen stärkeren Umbau anregen als die mechanische Stimulation allein. Vergleichende dermatologische Veröffentlichungen beschreiben deshalb bei Hautlaxität, schlaffen Konturen und tieferen Falten meist eine stärkere Straffungswirkung von RF-Needling.

Das klassische Microneedling bleibt dennoch eine sehr gute Behandlungsmethode, wenn die Hautstruktur im Mittelpunkt steht. Es ist nicht die schwächere Version einer Radiofrequenzbehandlung, sondern verfolgt einen anderen Schwerpunkt. Die Entscheidung sollte daher nicht allein nach dem Prinzip getroffen werden, welches Gerät stärker arbeitet. Eine stärkere Behandlung ist nicht automatisch die passendere Behandlung.

BehandlungszielKlassisches MicroneedlingRadiofrequenz-Needling
Hauttextur und PorenbildSehr gut geeignet, da der mechanische Reiz die Erneuerung der Oberfläche unterstütztEbenfalls möglich, zusätzlich mit thermischer Tiefenwirkung
Feine LinienSinnvoll bei oberflächlichen Fältchen und unruhiger StrukturBesonders interessant, wenn zusätzlich Spannkraft fehlt
Deutlichere HauterschlaffungNur begrenzte Straffungswirkung bei ausgeprägtem SaggingMeist die geeignetere Option für stärkere Straffung
KonturenKann die Hautqualität verbessern, verändert lockere Konturen aber weniger deutlichZielt stärker auf Gewebekontraktion und Konturverbesserung
AusfallzeitTypischerweise etwa 24 bis 48 Stunden RötungAbhängig von Intensität und Gerät, meist mit stärkerer Reaktion zu planen
KostenRichtwert häufig ab etwa 159 Euro pro SitzungRichtwert meist etwa 250 bis 500 Euro pro Sitzung
WirkprinzipVor allem mechanische MikrokanäleMechanische Mikrokanäle plus Wärme in der Dermis
Gesetzliche Voraussetzung in DeutschlandKeine NiSV-Pflicht für einfaches kosmetisches MicroneedlingNiSV-Fachkundenachweis für die Anwendung erforderlich

Die genannten Preise sind lediglich Orientierungswerte. Region, Praxis, Gerät, Behandlungsumfang und die Frage, ob eine ausführliche Hautanalyse oder Nachsorge enthalten ist, können den tatsächlichen Preis verändern. Ein günstiger Einzelpreis sagt wenig über die Qualität einer Behandlung aus, wenn die Beratung, Hygiene oder individuelle Planung nicht stimmen.

Wenn die Haut vor allem unruhig wirkt

Viele Menschen sagen, ihre Haut sei schlaff, meinen aber zunächst eine unregelmäßige Oberfläche, vergrößerte Poren oder feine Trockenheitsfältchen. In solchen Fällen kann klassisches Microneedling der sinnvollere Einstieg sein. Eine gestärkte Hautstruktur lässt den Teint ruhiger und dichter erscheinen, ohne dass direkt mit einer stärkeren thermischen Behandlung gearbeitet werden muss.

Gerade bei jüngeren Hautbildern oder bei einer guten Grundelastizität kann das ausreichend sein. Auch wer nur eine sanfte bis mittlere Hauterneuerung wünscht und eine kurze Ausfallzeit bevorzugt, findet im klassischen Microneedling häufig ein stimmiges Ritual. Entscheidend ist, die Behandlung nicht isoliert zu betrachten. Reinigung, Barrierepflege, UV-Schutz und eine passende Wirkstoffroutine bilden den Rahmen, in dem sich die Haut regenerieren kann.

Wenn die Konturen sichtbar nachlassen

Bei einer deutlich weicheren Kieferlinie, erschlafften Wangen oder tieferen Falten reicht ein rein oberflächlicher Erneuerungsreiz oft nicht aus, um die gewünschte Veränderung zu erzielen. Radiofrequenz-Needling kann hier durch die Kombination aus Nadelstimulation und Wärme gezielter in die tieferen Hautschichten wirken.

Allerdings darf auch dieses Verfahren nicht mit einem chirurgischen Lifting gleichgesetzt werden. Bei ausgeprägtem Hautüberschuss oder starkem Sagging sind die Möglichkeiten einer kosmetischen Behandlung begrenzt. Radiofrequenz-Needling kann die Hautqualität und Spannkraft verbessern, aber es entfernt kein überschüssiges Gewebe. Seriöse Beratung verspricht deshalb keine dramatischen Vorher-Nachher-Veränderungen, sondern ordnet ein, welche Verbesserung bei der vorhandenen Haut realistisch ist.

Der Zeitfaktor: Warum das Ergebnis nicht am Behandlungstag entsteht

Bei beiden Verfahren braucht die Haut Zeit. Beim klassischen Microneedling steht zunächst die Abheilung der Mikrokanäle im Vordergrund. Danach laufen die Erneuerungsprozesse weiter. Bei Radiofrequenz-Needling kommt der thermische Gewebeumbau hinzu, der ebenfalls nicht unmittelbar abgeschlossen ist.

Der Wunsch nach einem sofort sichtbaren Ergebnis ist verständlich, besonders wenn ein Termin vor einer Feier, einer Reise oder einem wichtigen beruflichen Anlass geplant wird. Für eine Behandlung mit Nadeln und gegebenenfalls Wärme sollte jedoch immer eine ausreichende Ruhephase eingeplant werden. Die Haut kann für einige Tage gerötet, empfindlich, trocken oder leicht geschwollen sein. Bei intensiveren Einstellungen verlängert sich diese Phase unter Umständen.

Für die Planung hilft eine realistische zeitliche Vorstellung:

1. Direkt nach der Behandlung steht die Reaktion der Haut im Vordergrund. Rötung und Wärme sind sichtbarer als eine spätere Straffung.

2. In den ersten Tagen braucht die Haut vor allem Schutz, Feuchtigkeit und Ruhe. Mechanische Peelings, intensive Wirkstoffe und starke Sonneneinstrahlung sind jetzt keine gute Kombination.

3. Nach einigen Wochen beginnt sich die Hautstruktur allmählich zu verändern. Beim RF-Needling werden erste biologische Straffungseffekte typischerweise nach etwa vier bis sechs Wochen sichtbar.

4. Über einen längeren Zeitraum kann sich der Kollagenumbau weiterentwickeln. Deshalb wird die Behandlung häufig als Kur oder in mehreren aufeinander abgestimmten Sitzungen geplant, statt eine einzelne Sitzung als endgültige Lösung zu betrachten.

Das Ergebnis hängt nicht nur vom Verfahren ab. Hautalter, Elastizität, Lebensstil, Sonnenschäden, hormonelle Veränderungen und die Qualität der Heimpflege spielen ebenfalls eine Rolle. Eine Haut, deren Barriere bereits gereizt ist, kann auf einen intensiven Reiz anders reagieren als eine stabile, gut vorbereitete Haut.

Gute Hautstraffung braucht nicht nur Energie, sondern auch eine Hautbarriere, die den Reiz verarbeiten kann.

Sicherheit, Hautbarriere und NiSV: Was bei der Auswahl zählt

Klassisches Microneedling und Radiofrequenz-Needling sind apparative beziehungsweise technisch unterstützte Behandlungen, bei denen Hygiene, Geräteeinstellung und Nachsorge einen wesentlichen Teil der Qualität ausmachen. Die Nadeln müssen steril beziehungsweise für die Behandlung geeignet sein, und die Behandlungstiefe darf nicht nach einem starren Standardschema gewählt werden.

Vor einer Behandlung sollte die Haut auf ihren aktuellen Zustand hin betrachtet werden. Aktive Entzündungen, offene Stellen, akute Herpesbläschen, starke Irritationen oder eine deutlich gestörte Hautbarriere sprechen dafür, zunächst eine Ruhepause einzuplanen. Auch die verwendeten Pflegeprodukte der letzten Tage sind relevant: Retinoide, Fruchtsäuren und andere intensive Wirkstoffe können die Reaktionsbereitschaft der Haut erhöhen.

Bei Radiofrequenz-Needling kommt eine weitere Ebene hinzu. In Deutschland unterliegt die Anwendung den gesetzlichen Vorgaben zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung. Für die Durchführung ist ein entsprechender NiSV-Fachkundenachweis erforderlich. Einfaches kosmetisches Microneedling fällt nicht unter dieselbe NiSV-Pflicht. Das ist kein nebensächliches Verwaltungsdetail, sondern ein Bestandteil der fachlichen Sicherheit, weil bei RF-Needling zusätzlich Energie in das Gewebe eingebracht wird.

Bei der Auswahl eines Studios würde ich deshalb nicht nur nach dem Gerät fragen, sondern nach dem gesamten Behandlungskonzept:

  • Wird vorab eine gründliche Haut- und Anamneseanalyse durchgeführt?
  • Wird erklärt, welche Nadeltiefe und Energie für die eigene Haut vorgesehen sind?
  • Gibt es einen klaren Plan für die Nachpflege und den UV-Schutz?
  • Wird die NiSV-Fachkunde bei Radiofrequenz-Needling nachweisbar erfüllt?
  • Wird offen benannt, wann die Behandlung nicht sinnvoll oder nicht möglich ist?
  • Werden mehrere Sitzungen automatisch verkauft oder nachvollziehbar begründet?

Eine ruhige, genaue Beratung ist dabei ein gutes Zeichen. Wer mit maximaler Intensität wirbt, schnelle Ergebnisse garantiert oder jedes Hautproblem mit demselben Gerät behandeln möchte, arbeitet nicht unbedingt nach den Bedürfnissen der Haut.

Die passende Pflege rund um die Behandlung

Die Behandlung selbst ist nur ein Teil des Rituals. Vorher sollte die Haut möglichst stabil sein. Eine überladene Wirkstoffroutine, häufiges Peeling oder ein Wechsel mehrerer neuer Produkte erschwert die Einschätzung, wie die Haut auf den Reiz reagieren wird. Besser ist eine überschaubare Pflege, die Reinigung, Feuchtigkeit, Barriereschutz und tagsüber einen zuverlässigen Sonnenschutz abdeckt.

Nach der Behandlung gilt zunächst: weniger ist mehr. Eine milde Reinigung, eine beruhigende Pflege und ausreichend Sonnenschutz sind meist sinnvoller als ein sofortiger Wirkstoffangriff. Die Hautbarriere stärken bedeutet in dieser Phase, ihr nicht ständig neue Aufgaben zu geben. Auch Hyaluronsäure kann in einer passenden, reizarmen Form Teil der Pflege sein, während Niacinamid je nach Konzentration und individueller Verträglichkeit später wieder integriert werden kann.

Retinol und Fruchtsäurepeelings sollten nicht eigenständig direkt nach dem Needling begonnen oder fortgesetzt werden. Wann die gewohnte Wirkstoffkosmetik wieder eingesetzt werden kann, hängt von Intensität, Hautreaktion und Behandlungskonzept ab. In meiner Praxis bespreche ich lieber einen konkreten Wiedereinstieg, als pauschal eine möglichst umfangreiche Routine zu empfehlen. Die Haut braucht nach einem kontrollierten Reiz keine weitere Herausforderung, sondern zunächst verlässliche Ruhepausen.

Auch der UV-Schutz ist nicht verhandelbar. Nach einem Needling ist die Haut besonders schutzbedürftig, und intensive Sonne kann Rötungen, Irritationen oder Pigmentverschiebungen begünstigen. Ein Termin mitten in einem sonnigen Urlaub oder direkt vor einem langen Aufenthalt im Freien ist daher oft ungünstig geplant.

Was kostet die stärkere Straffung?

Der Preisunterschied zwischen den Verfahren hängt vor allem mit der Technik, dem Gerät, der Qualifikation und dem Beratungsaufwand zusammen. Klassisches Microneedling liegt als Richtwert häufig ab etwa 159 Euro pro Sitzung. Radiofrequenz-Needling bewegt sich meist in einer Größenordnung von ungefähr 250 bis 500 Euro pro Sitzung.

Diese Zahlen sollten nicht als feste Preisliste verstanden werden. Eine Behandlung des gesamten Gesichts ist anders zu kalkulieren als eine kleine Problemzone. Bei Hals und Dekolleté steigt der Aufwand, ebenso bei einer Kombination mehrerer Regionen. Manche Studios rechnen zusätzlich eine ausführliche Hautanalyse, beruhigende Nachpflege oder Kontrolltermine ein.

Wichtiger als der niedrigste Preis ist die Frage, was genau angeboten wird. Dazu gehören:

  • die fachgerechte Vorbereitung und Reinigung der Haut,
  • ein nachvollziehbarer Behandlungsplan,
  • hygienisches Arbeiten,
  • die individuelle Wahl von Nadeltiefe und Energie,
  • eine verständliche Aufklärung über Reaktion und Ausfallzeit,
  • eine klare Nachsorge,
  • der Nachweis der notwendigen Qualifikation bei Radiofrequenz-Needling.

Eine einzelne günstige Sitzung kann am Ende weniger sinnvoll sein als ein gut geplanter Behandlungsverlauf, bei dem die Haut zwischen den Terminen ausreichend Zeit zur Regeneration erhält. Umgekehrt ist eine teurere Behandlung nicht automatisch wirksamer. Der Preis muss zur Technik und zum fachlichen Rahmen passen, nicht zu großen Versprechen.

Meine Einordnung für die Entscheidung

Wenn Sie sich fragen, ob Microneedling oder Radiofrequenz-Needling für straffe Haut besser geeignet ist, würde ich zunächst das eigentliche Hautziel benennen:

  • Für Poren, Textur, fahle Haut und feine Linien ist klassisches Microneedling oft eine passende und gut steuerbare Behandlung.
  • Für nachlassende Spannkraft, schlaffe Konturen und tiefere Falten bietet Radiofrequenz-Needling durch die zusätzliche Wärme meist die stärkere Straffungswirkung.
  • Bei empfindlicher oder gereizter Haut sollte zunächst die Hautbarriere stabilisiert werden, bevor ein intensiver apparativer Reiz geplant wird.
  • Bei starkem Hautüberschuss darf keine der beiden Methoden mit einem chirurgischen Eingriff gleichgesetzt werden.
  • Bei Radiofrequenz-Needling gehört die NiSV-Fachkunde in Deutschland zu den grundlegenden Voraussetzungen für eine verantwortungsvolle Durchführung.

Beide Methoden können Teil einer guten medizinisch orientierten Hautpflege sein. Sie stehen nicht für dieselbe Wirkung und müssen auch nicht gegeneinander ausgespielt werden. Manchmal beginnt eine Hautbehandlung mit klassischem Microneedling, um die Struktur zu verfeinern, während bei stärkerem Spannkraftverlust ein RF-Konzept sinnvoller ist. In anderen Fällen ist es klüger, zunächst die Barriere zu stärken und die Haut mit einem ruhigen Pflege-Ritual vorzubereiten.

Die beste Entscheidung entsteht deshalb nicht aus dem Versprechen der stärksten Technologie, sondern aus einer ehrlichen Einschätzung von Hautzustand, Ziel und zeitlichem Rahmen. Wenn die Oberfläche unruhig ist, kann Microneedling der richtige Weg sein. Wenn die Konturen nachlassen und eine deutlichere Straffung gewünscht wird, ist Radiofrequenz-Needling meist die passendere Option. Und in beiden Fällen gilt: Die Haut arbeitet in ihrem eigenen Tempo. Wer ihr diesen Raum lässt, bekommt oft die nachhaltigeren Ergebnisse.

Häufige Fragen

Was strafft besser: Microneedling oder Radiofrequenz-Needling?
Radiofrequenz-Needling ist in der Regel die intensivere Option zur Hautstraffung, weil es die mechanische Stimulation mit Wärme in der Dermis verbindet. Bei Hautlaxität, schlaffen Konturen und tieferen Falten wird meist eine stärkere Straffungswirkung erwartet.
Wofür ist klassisches Microneedling geeignet?
Klassisches Microneedling eignet sich besonders für vergrößert wirkende Poren, unruhige Hauttextur, feine Linien, oberflächliche Fältchen, leichte Aknenarben und einen fahlen Teint. Es verbessert vor allem die Hautstruktur und wirkt weniger stark auf lockere Konturen.
Wann ist Radiofrequenz-Needling sinnvoll?
Radiofrequenz-Needling ist besonders interessant bei nachlassender Hautelastizität, weicheren Gesichtskonturen, tieferen Falten sowie erschlaffter Haut an Wangen, Kieferlinie oder Hals. Die zusätzliche Wärme kann Gewebekontraktion und einen längerfristigen Umbau von Kollagen und Elastin anregen.
Wie lange dauert die Rötung nach Microneedling?
Nach klassischem Microneedling hält die Rötung typischerweise etwa 24 bis 48 Stunden an. Die Haut kann in dieser Zeit warm, gespannt oder empfindlicher als gewohnt sein.
Wann sieht man Ergebnisse nach Radiofrequenz-Needling?
Erste sichtbare Straffungseffekte werden typischerweise nach etwa vier bis sechs Wochen erwartet. Die eigentliche Veränderung entwickelt sich später, weil der thermische Gewebeumbau und die Kollagenneubildung Zeit benötigen.